E center im Denkmal baut auf Lokalkolorit
In einer ehemaligen Maschinenfabrik in der Saalestadt hat Edeka Minden-Hannover ein 3 200 qm großes E-Center entwickelt. Insgesamt zwölf Jahre hat die Grundstückserschließung für die Eigentümerin TLG Immobilien gedauert.
Mit Original-Stützen und einer offenen Decke wirkt das insgesamt 6 200 qm geoße Center, das neben EDEKA auch Dienstleister und eine Apotheke vorweist, weiträumig. Der regionale Bezug wurde durch den Erhalt vieler Maschinenfabrik-Elemente baulich gewahrt.
EDEKA Minden-Hannover nutzt historische Bausubstanz in Citylage
Bereits im Eingangsbereich wird die Symbiose sichtbar: Blau-gelbe Fische schwimmen in einem Aquarium vor einem großen Wandgemälde mit Bildern der alten Salzwirker-Bruderschaft Halloren. Das neue E-Center in der denkmalgeschützten Maschinenfabrik ist eine Hommage an die Geschichte der Stadt Halle.
Nach der Wende eröffneten die Mindener in der Saalestadt ihren ersten Edeka-Markt in den neuen Bundesländern. Neuland betreten sie nun auch mit der Nutzung denkmalgeschützter Gebäude. Nur wenige Wochen nach der Eröffnung eines City-Marktes in historischen Gemäuern unterhalb der Marktkirche in Halle legte die größte Edeka-Regionalgesellschaft Mitte November mit einem weiteren Vorzeigeobjekt nach.
Hohe Denkmalschutzauflagen in der Saalestadt Halle
Zwölf Jahre hat die Eigentümerin TLG Immobilien mit den zuständigen Ämtern für Denkmalschutz verhandelt und 7 Mio. Euro in das Einkaufszentrum mit insgesamt 6 200 qm und 300 Parkplätzen investiert. Erhalten wurden die denkmalgeschützte Fassade sowie der markante Turm. Original-Stahlstützen sowie Teile der Dachkonstruktion wurden in den Mall-Neubau integriert. Neben Ankermieter Edeka, der 3 Mio. Euro in die Ladenausstattung investiert hat, haben sich unter anderem eine Apotheke sowie ein Blumenladen und ein Friseur eingemietet.
Rund 15 ooo Kunden erwartet Thomas Beyer‚ Profitcenterleiter Ost bei Edeka Minden-Hannover, wöchentlich im E-Center. Neben einem dicht besiedelten Wohngebiet und einer Seniorenresidenz kann der Standort zudem mit einem Justizzentrum, einer Polizeidirektion, einer Versicherung sowie dem ADAC-Call-Center Mitteldeutschland im Umfeld aufwarten.
Lokaler Schwerpunkt
Der gebürtige Hallenser Beyer hat mit dem E-Center einen persönlichen Traum verwirklicht. Am Rande der Innenstadt gelegen, entstand auf der Industriebrache ein Einkaufserlebnis mit speziellem Lokalkolorit. Mit einem Nachbau des Wahrzeichens „Roter Turm“ setzt der Markt zwischen Trockensortiment und Frische-Bereich einen unübersehbaren lokalen Schwerpunkt. Das E-Center ist eine Kooperation mit der im Jahr 1491 gegründeten Halloren-Bruderschaft eingegangen und präsentiert neben vielen regionalen Spezialitäten auch exklusive Halloren-Produkte.
Feng-Shui: Im Eingangsbereich dominiert die 300 qm große O + G-Abteilung mit Mosaiken und abgerundeten Formen.
Kompromissbereit
„Die restaurierten Stützen wurden am alten Platz wieder aufgebaut, dadurch ergibt sich heute der geschwungene Verlauf unserer Kassenzone“, erläutert Beyer. Insbesondere die vorgegebene Anordnung des L-förmigen Gebäudekomplexes auf dem Grundstück forderte die Kompromissbereitschaft der Planer. „Der optimale Ladenkörper ist eigentlich ein Rechteck, an dessen Ende sich die Shops befinden. Da diese Standardausführung hier nicht passte, haben wir es als Chance gesehen und die Ladenelemente neu überdacht“, so Beyer.
Verbindung von alt und neu
Neben dem Bistro-Konzept in Eigenregie und exklusiven Produkten in Kooperation mit der Halloren-Bruderschaft hat die Edeka Minden in ihrem insgesamt 95. E-Center zudem ein neues SB-Konzept im Frischebereich zusammen mit dem Ladenbauer Schweitzer AG, Naturns‚ und dessen Projektentwickler Interstore Design umgesetzt: Die SB- und Bedientheken für Fleisch, Wurst und Käse sind erstmalig in einer offenen Variante angeordnet. Die starre Thekenform wurde aufgebrochen und Bedienungs- und SB-Elemente wechseln sich ab. Großzügige Dekorelemente aus wildem Apfelholz verleihen der Abteilung einen hochwertigen Auftritt und schlagen eine Verbindung zu der Holzkonstruktion der Decke.
Dabei wurden schon die Baufortschritte als lokales Medienevent mit Werbespots im Regionalfernsehen inszeniert. Events und TV-Werbung soll es auch 2012 geben. Schließlich gilt das Center im Denkmal als Besonderheit‚ die Nachahmer in Edeka-Reihen finden könnte.
